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Museum am Modersohn-Haus
Worpswede

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Das Museum ist in der Zeit vom 17. Oktober 2011 bis Anfang April 2012 geschlossen.

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Obere Ausstellungshalle
>Die Gründergeneration<

Obere Ausstellungshalle

Um etwas von einem Gemälde zu erleben, bedarf es der Einbildungskraft des Betrachters;
denn bereits der vorausgegangene gleiche Reflexionsprozeß der Spiegelung sinnlich wahrgenommener Natur
in der Seele des produzierenden Künstlers, das Erlebnis des Schaffensaktes, kann ein ähnliches Erlebnis in demjenigen bewirken,
der später dem Kunstwerk gegenüber steht. Nacherleben aber setzt Einfühlungsvermögen und dieses wiederum Phantasie voraus,
die sich nicht erzwingen läßt. Nirgendwo fällt diese erforderliche Phantasie, die den Verehrer eines Kunstwerkes
selbst schöpferisch werden läßt, ihm leichter als dort, wo er dem Künstler ganz nahe ist:
im persönlichen Umgang mit ihm oder in dessen ganz persönlichem Lebensbereich.
Wer in Worpswede im Modersohn-Haus, das von 1898 bis 1921 Otto Modersohn gehörte, die Werke dieses bedeutenden Malers
inmitten der Gegenstände erlebt, die dieser täglich um sich hatte, die seinem Wesen entsprachen und die Zeugen
seines Schicksals waren, wird das feststellen.Das wird ferner dort erfahren, wer vor Paula Modersohn-Beckers schlichtem
Schreibtisch steht und sie zwischen Kunst und Leben hin- und hergerissen vor seinem geistigen Auge ihr Tagebuch
schreiben sieht oder der, welcher in der Ecke, in der ihr so fruchtbares Leben viel zu früh endete, ihr letztes „Wie schade“ im Ohr hat.
Nirgendwo überwindet man die Trägheit der eigenen Phantasie leichter als in den Spuren großer Vorbilder.
Nirgends ist man dem Künstler verwandter als in dessen täglicher Wirkungsstätte, nirgendwo aufgeschlossener für die Problematik
dieser Künstlerehe und empfänglicher für Paulas und Ottos Wirkungen als in deren intimsten Lebensbereich.

Untere Ausstellungshalle
>Die Gründer-, Zweite- und Dritte Generation<

Untere Ausstellungshalle

Diese Gedanken trugen dazu bei, das alte Haus "Hembergstraße 19" in dreijähriger Bauzeit wieder in den Zustand
zu bringen , in dem es das Künstlerpaar 1907 verlassen hatte, es Freunden und Kunstlfreunden zugänglich
und somit zu einer würdigen Gedänkstätte für die dort verstorbene Malerin zu machen.
Aber diese Hommage bliebe unvollständig, würde man nicht den "Freundeskreis" also Fritz Mackensen,
Hans am Ende, Fritz Overbeck, Heinrich Vogeler, Carl Vinnen und die nachfolgenden Generationen,
daneben stellen und damit die Entwicklung der Künstlerkolonie nachzeichnen.
Den dafür erforderlichen Platz aber gab das Modersohn-Haus nicht her.
Also galt es, unter Rücksichtnahme auf den historischen Baukörper und mit größtmöglicher Schonung
des Ortsbildes einen modernen Museumsbau anzugliedern, der auf zwei lichtdurchfluteten Ebenen
bedeutende Gemälde der seit 1950 zusammengetragenen "Sammlung-Bernhard-Kaufmann" aufnimmt.
Diese hat damit an ihrem Entstehungsort Worpswede wieder ein adäquates Domizil gefunden,
um dort von der Malkultur der Worpsweder Künstler zu zeugen.
 

Modersohn-Haus
>Paulas Werke und Lebensraum des Künstlerpaares<

Modersohn-Haus 2

“Ganz billige, altmodische kleingeblühmte Tapetenproben habe ich
auch schon, darauf werden goldenen Rahmen schön aussehen.“
(aus einem Brief an Otto Modersohn vom 12.Feb. 1901)
Nach Kochkurs, Trauung und Hochzeitsreise zog Paula Modersoh-Becker
in das dem Gasthof >Zum Hemberg< gegenüber gelegene 
Haus von Otto Modersohn, der dies 1897 für sich und
seine erste Ehefrau Helene erworben hatte und seither bewohnte.
Gleich nebenan, bei Schneider Ranke im ersten Stock, hatte
die Malerin seit geraumer Zeit – zusätzlich zum Lilienatelier - den von der
Kollegin Ottilie Reylaender ( 1882-19659 )vorübergehend aufgegebenen
Atelierraum genutzt. Sie träumte davon, ihren Verlobten überzeugen
zu können, sein Haus gegen ein Bauernhaus einzutauschen, das sie
nach Herzenslust mit alten, handwerklich gediegenen Möbeln und
originellen Gegenständen einzurichten gedachte. Der Wunsch nach
dem strohgedecktem Zuhause erfüllte sich nicht, wohl aber das Ausleben
ihrer Neigung, dekorative Kuriositäten zu versammelen, die sie in Form von
alten Gläsern, Lampen und Spiegeln in den bestehenden Hausrat integrierte und so dem häuslichen Ambiente einen für ihren Mann ungewohnten Anstrich verlieh.
>>Ich gehe jetzt in seinem Hause aus und ein und wir machen zusammen Pläne es umzugestalten und dazwischen zwitschert unser kleines Mädchen und lacht und lacht. Und dann umschlingen wir uns alle drei und singen einen frohen Indianergesang.<<
( aus einem Brief an Marie Hill vom 23. März 1901 )

Paulas Raum

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Nebenraum O. Modersohn
Nebenraum Vogelers Werke+Reiseskizzen II

Nebenraum der oberen Halle mit den Gemälden
Otto Modersohns

Nebenraum der unteren Halle mit
H. Vogelers Gemälden und Reiseskizzen-Album

Nebenraum O. Modersohn II
Nebenraum Vogelers Werke+Reiseskizzen

Meine Damen, meine Herren!

Wenn Sie das Museum besuchen, empfehle ich Ihnen, mit der Gründergeneration zu beginnen. Anschliessend geht es ein Stockwerk tiefer mit den Gründern und der 2. und 3. Generation Worpswedes weiter. Dort ist ferner noch ein Saal mit Vogelers Reisskizzen aus der Sowjetunion und seinen Gemälden.
Wenn Sie dann wieder die Treppe heraufkommen, geht es hier zu Otto Modersohn und schließlich zu Paula, und Sie befinden sich in den Räumen, in denen Paula Modersohn-Becker gelebt hat, wo sie gestorben ist, und Sie sehen, was sie gemalt hat. Im Museums- Shop finden Sie veredelte und gerahmte Reproduktionen von Worpsweder Bildern, die Sie auch erwerben können.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß auf Ihrem Rundgang.

Dr. Wolfgang Kaufmann

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Museum am Modersohn-Haus, Hembergstraße 19, 27726 Worpswede  Telefon 04792-4777

Das Museum ist in der Zeit vom 17. Oktober 2011 bis Anfang April 2012 geschlossen.

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